Die Europäische Lawinengefahrenskala
Wortlaut der Europäischen Lawinengefahrenskala (2018/19) der EAWS. Alle Warndienste dieser Übersicht verwenden dieselben fünf Stufen.
5Sehr großGefahrenstufe 5 – Sehr groß
Schneedeckenstabilität: Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil.
Lawinen-Auslösewahrscheinlichkeit: Spontan sind viele sehr grosse, mehrfach auch extrem grosse Lawinen zu erwarten, auch in mässig steilem Gelände.
4GroßGefahrenstufe 4 – Groß
Schneedeckenstabilität: Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen* schwach verfestigt.
Lawinen-Auslösewahrscheinlichkeit: Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung** an zahlreichen Steilhängen* wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele große, mehrfach auch sehr grosse Lawinen zu erwarten.
3ErheblichGefahrenstufe 3 – Erheblich
Schneedeckenstabilität: Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen* nur mässig bis schwach verfestigt.
Lawinen-Auslösewahrscheinlichkeit: Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung** vor allem an den angegebenen Steilhängen* möglich. Fallweise sind spontan einige große, vereinzelt aber auch sehr grosse Lawinen möglich.
2MäßigGefahrenstufe 2 – Mäßig
Schneedeckenstabilität: Die Schneedecke ist an einigen Steilhängen* nur mässig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt.
Lawinen-Auslösewahrscheinlichkeit: Lawinenauslösung ist insbesondere bei grosser Zusatzbelastung**, vor allem an den angegebenen Steilhängen* möglich. Sehr grosse spontane Lawinen sind nicht zu erwarten.
1GeringGefahrenstufe 1 – Gering
Schneedeckenstabilität: Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil.
Lawinen-Auslösewahrscheinlichkeit: Lawinenauslösung ist allgemein nur bei grosser Zusatzbelastung** an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände* möglich. Spontan sind nur kleine und mittlere Lawinen möglich.
- * Steilhänge: Hänge steiler als rund 30 Grad; extremes Steilgelände: besonders ungünstig bezüglich Neigung (steiler als rund 40 Grad), Geländeform, Kammnähe und Bodenrauigkeit; mässig steiles Gelände: Hänge flacher als rund 30 Grad.
- ** Zusatzbelastung gering: einzelner Skifahrer / Snowboarder, sanft schwingend, nicht stürzend; Schneeschuhgeher; Gruppe mit Entlastungsabständen (>10 m). Gross: zwei oder mehrere Skifahrer / Snowboarder etc. ohne Entlastungsabstände; Pistenfahrzeug; Sprengung.
- spontan: ohne menschliches Zutun
Die typischen Lawinenprobleme
Definitionen laut „Typische Lawinenprobleme“ der EAWS (Davos 2022). Weitere Angaben zu Lage, Dauer und Verhaltensempfehlungen bei der EAWS.
Neuschnee
Das Lawinenproblem hängt mit den aktuellen oder jüngsten Schneefällen zusammen. Entscheidend für das Neuschneeproblem ist die Höhe der zusätzlichen Belastung der bestehenden Schneedecke durch Neuschnee. Wie kritisch die Belastung ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Lufttemperatur, Wind oder Eigenschaften der Altschneedecke ab.
Triebschnee
Schneebretter entstehen, wenn lockerer Schnee in oberflächennahen Schichten (Neuschnee oder Altschnee) durch Wind verfrachtet und abgelagert wird.
Altschnee
Das Lawinenproblem hängt mit dem Vorhandensein einer oder mehrerer anhaltender Schwachschichten in der Altschneedecke zusammen. Zu diesen Schwachschichten gehören typischerweise kantige Kristalle, Tiefenreif (auch Becherkristalle oder „Schwimmschnee“ genannt) oder Oberflächenreif.
Nassschnee
Das Lawinenproblem hängt mit der Schwächung der Schneedecke durch das Vorhandensein von flüssigem Wasser zusammen. Durch Schmelze oder Regen dringt Wasser in die Schneedecke ein.
Gleitschnee
Die gesamte Schneedecke gleitet auf glattem Untergrund (zum Beispiel Grashänge oder glatte Felsenzonen) ab. Hohe Aktivität von Gleitschneelawinen ist typischerweise verbunden mit einer mächtigen Schneedecke mit wenigen oder keinen Schwachschichten.
Offizielle Lawinenwarndienste
Aktuelle Lawinenwarnstufe für Tirol, Gefahrenstufe des SLF in der Schweiz oder Bericht des Lawinenwarndienstes Bayern: Maßgeblich ist immer der Bericht des zuständigen Warndienstes.
Tirol, Südtirol, Trentino (Euregio)
Lawinenwarndienste der EuroparegionSchweiz
WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLFBayern
Lawinenwarndienst BayernVorarlberg
Lawinenwarndienst VorarlbergSalzburg
Lawinenwarndienst SalzburgKärnten
Lawinenwarndienst KärntenSteiermark
Lawinenwarndienst SteiermarkFrankreich
Météo-France (BERA)Italien (Piemont, Aostatal, Lombardei, Venetien, Friaul)
AINEVA
Häufige Fragen zu Gefahrenstufen und Lawinenproblemen
Was bedeutet Lawinengefahrenstufe 1 – Gering?
Laut Europäischer Lawinengefahrenskala der EAWS: Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei grosser Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur kleine und mittlere Lawinen möglich.
Was bedeutet Lawinengefahrenstufe 2 – Mäßig?
Laut Europäischer Lawinengefahrenskala der EAWS: Die Schneedecke ist an einigen Steilhängen nur mässig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei grosser Zusatzbelastung, vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Sehr grosse spontane Lawinen sind nicht zu erwarten.
Was bedeutet Lawinengefahrenstufe 3 – Erheblich?
Laut Europäischer Lawinengefahrenskala der EAWS: Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mässig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige große, vereinzelt aber auch sehr grosse Lawinen möglich.
Was bedeutet Lawinengefahrenstufe 4 – Groß?
Laut Europäischer Lawinengefahrenskala der EAWS: Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele große, mehrfach auch sehr grosse Lawinen zu erwarten.
Was bedeutet Lawinengefahrenstufe 5 – Sehr groß?
Laut Europäischer Lawinengefahrenskala der EAWS: Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele sehr grosse, mehrfach auch extrem grosse Lawinen zu erwarten, auch in mässig steilem Gelände.
Was ist das Lawinenproblem „Neuschnee“?
Laut Definition der EAWS: Das Lawinenproblem hängt mit den aktuellen oder jüngsten Schneefällen zusammen. Entscheidend für das Neuschneeproblem ist die Höhe der zusätzlichen Belastung der bestehenden Schneedecke durch Neuschnee. Wie kritisch die Belastung ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Lufttemperatur, Wind oder Eigenschaften der Altschneedecke ab.
Was ist das Lawinenproblem „Triebschnee“?
Laut Definition der EAWS: Schneebretter entstehen, wenn lockerer Schnee in oberflächennahen Schichten (Neuschnee oder Altschnee) durch Wind verfrachtet und abgelagert wird.
Was ist das Lawinenproblem „Altschnee“?
Laut Definition der EAWS: Das Lawinenproblem hängt mit dem Vorhandensein einer oder mehrerer anhaltender Schwachschichten in der Altschneedecke zusammen. Zu diesen Schwachschichten gehören typischerweise kantige Kristalle, Tiefenreif (auch Becherkristalle oder „Schwimmschnee“ genannt) oder Oberflächenreif.
Was ist das Lawinenproblem „Nassschnee“?
Laut Definition der EAWS: Das Lawinenproblem hängt mit der Schwächung der Schneedecke durch das Vorhandensein von flüssigem Wasser zusammen. Durch Schmelze oder Regen dringt Wasser in die Schneedecke ein.
Was ist das Lawinenproblem „Gleitschnee“?
Laut Definition der EAWS: Die gesamte Schneedecke gleitet auf glattem Untergrund (zum Beispiel Grashänge oder glatte Felsenzonen) ab. Hohe Aktivität von Gleitschneelawinen ist typischerweise verbunden mit einer mächtigen Schneedecke mit wenigen oder keinen Schwachschichten.
Datenquelle und Grenzen dieser Übersicht
Die Berichte stammen von den Mitgliedern der European Avalanche Warning Services (EAWS) und werden über das gemeinsame EAWS-Archiv im CAAML-v6-Format automatisch abgerufen und unverändert gespeichert. Deutsch erscheint, wo der Warndienst eine deutsche Fassung veröffentlicht; sonst bleibt der Text in der Originalsprache.
Diese Seite gibt Berichte nur wieder. Sie trifft keine Sicherheitsentscheidung und gibt keine Tour frei. Ein fehlender, abgelaufener oder widersprüchlicher Bericht wird nie als geringe Gefahr dargestellt.
Regionsgrenzen: EAWS. Übersetzung der Fachbegriffe: Version caaml-de-1.0.
Technische Aufbereitung durch BACKLINE: Kartenfarbe und Tabelle zeigen die höchste im Bericht genannte Stufe, Fachbegriffe sind ins Deutsche übertragen, Lagetexte bleiben unverändert.
