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Rucksacktest: Wie wird getestet?

Soll es ein Rucksack mit oder ohne Airbag sein? Diese Frage kann man sich vor dem Winter beantworten oder – vorausgesetzt, man hat die Möglichkeit der Wahl – vor jeder Tour stellen. Rucksäcke mit Airbag bieten ein Mehr an Sicherheit, zugleich sind sie im Schnitt ungefähr ein Kilogramm schwerer.

Rucksäcke mit Airbag stellen ein Puzzlestück in einem ganzheitlich zu betrachtenden Risikomanagement bei Skitouren und beim Freeriden dar. Nüchtern betrachtet erhöht der Einsatz eines Rucksacks mit Airbag – korrekte Handhabung vorausgesetzt – lediglich die Wahrscheinlichkeit einer geringeren Verschüttungstiefe und damit einer eventuell schnelleren Rettung. Allerdings wird kein Lawinenrucksack eine vernünftige Ausbildung im Risikomanagement und das Wissen um die richtigen Verhaltensweisen im Falle einer Verschüttung ersetzen!

Die vier Testklassen

  • Airbag Rucksäcke bis 25 Liter
  • Airbag Rucksäcke ab 25 Liter
  • Skitouren Rucksäcke bis 25 Liter
  • Skitouren Rucksäcke ab 25 Liter

Tester

Alle Tester testeten fünf Tage lang alle Rucksäcke im Test. Frauenmodelle werden nur von Frauen getestet, Herrenmodelle von Herren, die Unisexmodelle von allen. Die Rucksäcke werden in zwei Klassen eingeteilt – Airbag-Rucksäcke sowie Skitourentagesrucksäcke ohne Airbag.

Unsere Tester, zwischen 160 cm und 190 cm groß, beurteilten Tragekomfort und Handling sowie die Zugänge zu Schaufel und Sonde. Die Befestigungsmöglichkeiten sowie das Gewicht der Rucksäcke wurden redaktionell erfasst. Jede dieser Kategorien wurde mit maximal 25 Punkten bewertet.

Das BACKLINE Testteam

Testaufbau

Gewicht – maximal 25 Punkte (redaktionell ermittelt)

Teils große Unterschiede zeigen sich beim Vergleich des Gewichts. Das Gewicht am Rücken macht sich sicher nicht so stark bemerkbar wie am Fuß (bei Skischuhen, Skiern oder Bindungen), doch die Unterschiede fallen besonders bei langen Aufstiegen ins Gewicht. Die Gewichte werden von der Redaktion ermittelt.

Da die Volumenunterschiede der getesteten Rucksäcke teils erheblich sind, empfehlen wir einen direkten Vergleich der Gewichts- und Volumenangaben. Die Umrechnung auf eine Skala von 0 bis 25 Punkten erfolgte unter Berücksichtigung der schwersten und leichtesten Rucksäcke, die wir in den vergangenen sieben Jahren im Test erfasst haben.

Befestigungsmöglichkeiten – maximal 25 Punkte (redaktionell ermittelt)

Im Bereich der Befestigungsoptionen für Ski, Steigeisen, Pickel und Helme gibt es kleine, aber feine Unterschiede. Die Befestigungsoptionen für Ski sind entweder seitlich oder an der Rückseite des Rucksacks angebracht, teilweise bestehen beide Varianten. Es gilt, die Vorgaben der Hersteller gewissenhaft zu befolgen, um die Funktionalität der Airbagauslösung bei Rucksäcken mit Airbag sicherzustellen.

Einige Rucksäcke haben spezielle Fächer für Steigeisen, fast alle Modelle verfügen über eine oder sogar zwei Befestigungsmöglichkeiten für Pickel. Viele Rucksäcke besitzen durchdachte Helmbefestigungen, einige jedoch nicht. Einige Modelle verfügen über „Daisy-Chain-Aufnäher“, die eine einfache Befestigung von z. B. Isomatten mit einem Riemen oder einer Schnur ermöglichen. Manche Rucksäcke erlauben mithilfe eines oder mehrerer Loops am Hüftgurt den Transport von Kletterausrüstung wie z. B. Expressen oder Abseilgeräten.

Tragekomfort und Handling – maximal 25 Punkte (getestet)

Die Größe der Rucksäcke spielt bei der Passform eine nicht zu unterschätzende Rolle, speziell wenn man 160 Zentimeter oder kleiner beziehungsweise 190 Zentimeter oder größer ist. Erfreulich ist zu sehen, dass immer mehr Firmen unterschiedliche Rucksackgrößen anbieten.

Die Anpassung der Rucksäcke im Hinblick auf die individuelle Anatomie ist in den meisten Fällen durchdacht und möglich, allerdings nur in einem bestimmten Rahmen. Wir raten zu einer sorgfältigen Anprobe mit gefülltem Rucksack. Größere Unterschiede gibt es bei der Bedienung. Zu kleine oder mit Handschuhen schwer verstellbare Verschluss- oder Verstellsysteme können an sehr kalten Tagen für gefrorene Finger sorgen.

Zugang Schaufel & Sonde – maximal 25 Punkte (getestet)

Beim schnellen und einfachen Zugang zu Schaufel und Sonde können im Ernstfall wichtige Sekunden gespart werden. Einige Hersteller arbeiten hier vorbildlich mit einer farblichen Hervorhebung des Zugangs. Manche Zugänge sind absolut intuitiv und einfach, bei einigen Rucksäcken müssen jedoch mehrere Verschlüsse geöffnet werden, bevor man an Sonde und Schaufel gelangt.

Sternevergabe (redaktionell)

Die besten ca. 20 % der Rucksäcke in der jeweiligen Testkategorie erhielten eine Sterne-Auszeichnung.

Darüber hinaus erfolgte eine Sternevergabe für die Rucksäcke mit den besten Gesamtpunkten sowie für das beste Euro/Punkt-Verhältnis. Dabei wurden nicht zwingend die günstigsten Modelle ausgezeichnet, sondern jene, bei denen neben dem Preis auch die Gesamtperformance überzeugte.