BACKLINE Magazin
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Skitouren-Ski · Testmagazin 2022

Techtalk mit Stefan Stankalla, EOC Europe

Commercial Director Ski · Heftseite 49

Wer ist Stefan Stankalla? Commercial Director Ski bei EOC Europe

Stefan Stankalla wird im BACKLINE Testmagazin 2022 als Commercial Director Ski bei EOC Europe vorgestellt. In Garmisch-Partenkirchen geboren und aufgewachsen, war er zehn Jahre als Weltcup-Rennläufer aktiv. Anschließend zog es ihn abseits der Pisten: zunächst auf Telemark-Ski, später mit Tourenausrüstung ins Backcountry. Im Interview erläutert er die Ausrichtung der K2-Tourenski und deren Entwicklungsprozess.

Im Mittelpunkt stehen für Stankalla die individuellen Anforderungen der Tourengeher sowie das Verhältnis von Gewicht zu ausgewogenem, sicherem Fahrverhalten. Als Beispiele nennt er den Wayback 92 für den Einstieg und die Modelle Wayback 96 W und Wayback 96 für Fortgeschrittene. Die Entwicklung beschreibt er als Zusammenarbeit interner Fachleute mit externen Profis wie Bergführern. Handgefertigte Prototypen werden über Materialeinsatz, Shape, Torsion und Flex schrittweise abgestimmt, bevor die industrielle Fertigung folgt.

Laut Stankalla erfolgen Entwicklung und Prototypenbau in den USA, Tests in den USA und Europa und die Produktion in China. Als wichtige Zukunftsthemen nennt er nachhaltige Materialien, vielseitige Einsatzmöglichkeiten und eine längere Nutzungsdauer. Die Optimierung von Performance, Fahrvergnügen und Gewicht bleibt dabei ein Schwerpunkt.

Das Skitourensegment hat in den letzten Jahren eine starke Ausdifferenzierung durchlebt. Welche Schwerpunkte setzt K2?

Wie bei allen unseren Ski legen wir den Fokus auf die Präferenzen der Endverbraucher. Im Skitourensegment wird oft Wert auf das Gewicht in Relation zu einem ausgewogenen und sicheren Fahrverhalten gelegt. Am Ende geht es um den perfekten Ski für das persönliche Vorhaben. Die Ansprüche der Endverbraucher reichen von hochalpinen Touren über den schnellen Ausflug für den winterlichen Fitness-Kick bis hin zu variablen Touren bei unterschiedlichen Verhältnissen. Seit Pandemiebeginn wird die Anforderung deutlich, sich bei allen Bedingungen individuell und leicht anpassen zu können. Bei K2 Skis setzen wir den Schwerpunkt auf das maximale Fahrvergnügen und die leichte Zugänglichkeit zum individuell passenden Tourenski.

Besonders Unisex-Allrounder müssen einen extrem großen Einsatzbereich abdecken. Sind nicht besonders in dieser Kategorie mehrere zielgruppenspezifische Modelle notwendig?

Absolut, und das bezieht sich wieder auf die Werte der Zielgruppe. In der Produktpalette von K2 Skis bieten wir in der kommenden Saison drei Skitouren-Modelle mit einer Mittelbreite von 90–100 mm an. Den Anfang macht der Wayback 92, der als Einstiegsski perfekt für sowohl Aufstieg und Abfahrt auf präparierten Pisten als auch abseits bei unterschiedlichen Verhältnissen ist. Der Wayback 96 W und der Wayback 96 richtet sich an fortgeschrittene Tourengeherinnen und Tourengeher. Das Material unterstützt das Fahrkönnen und bringt eine bessere Performance, vor allem im freien Gelände und bei wechselnden Schneebedingungen. Unsere Tourenski sind dahingehend abgestimmt, dass sie die Spezifikationen jedes Bedürfnisses abdecken.

Welche Schritte und Phasen durchläuft ein neues Tourenskimodell, bis es im Shop erhältlich ist?

Wer heute einen Ski bauen möchte, fängt nicht bei null an. In den allermeisten Fällen gibt es eine Ausgangssituation, aus der heraus man gewisse Parameter verändern möchte. Das kann die Performance, also das Fahrverhalten sein, aber auch das Gewicht, die Breite oder der Charakter. Bei der Entwicklung ist es wichtig, neben den hausinternen Experten mit externen Profis zusammen zu arbeiten. Häufig sind dies Bergprofis, also Bergführer. Darüber hinaus sind natürlich noch eine Vielzahl anderer Leute eingebunden: Auch das Sales-, Design- und Marketing-Team ist involviert. Nach dem Festzurren des Anforderungsprofils durch das Entwicklungs- und Expertenteam geht es daran, die ersten Prototypen zu bauen. Diese werden in Handarbeit gefertigt. Mit dem Einsatz und der Platzierung der unterschiedlichen Materialien werden dann Shape, Torsion und Flex festgelegt. Über diese Parameter lässt sich der Charakter eines Skis verändern. Der Prototyp wird laufend optimiert und verändert. Irgendwann ist es soweit, man legt sich auf ein Modell fest, das in die Muster und Testmaterialfertigung gehen soll. Ab Frühjahr ist dann die Produktionsphase für die neuen Modelle eine weitere Herausforderung. Was vorher händisch zusammengebastelt wurde, muss jetzt in der industriellen Fertigung mit gleicher Sorgfalt und vor allem gleichem Ergebnis (re-)produziert werden. Ein oft gar nicht so einfaches Unterfangen. Wie dann nach all den Mühen die Skitouren-Community die neuen Produkte aufnimmt, ist für alle Beteiligten natürlich immer eine besonders spannende Sache.

Wo werden K2 Skis produziert?

Die Entwicklung sowie die Herstellung der Prototypen findet in den USA statt. Getestet werden unsere Ski anschließend in den USA und Europa. Das Testergebnis und Feedback wird global konsolidiert, bevor die eigentliche Produktion in unseren in unseren chinesischen Produktionsstätten, die bereits zu 44% aus erneuerbarer Energie betrieben werden, beginnt.

Welche Entwicklungen und Trends kommen in den nächsten Jahren bei den Modellen im Skitourenbereich auf uns zu?

Ein bedeutendes Thema, somit definitiv ein noch wachsender Trend, wird das Thema Nachhaltigkeit sein. Welches und wieviel nachhaltiges Material wird in meinem Ski verwendet? Vor allem, wie lange ist er nutzbar? Im Fokus wird der vielseitige Anwendungsbereich eines Skis stehen. Hier sind wir als Skihersteller gefragt. Die Herstellung eines Tourenskis ist weiterhin auf die Optimierung von Performance, Fahrvergnügen und Gewicht fokussiert. In den Mittelpunkt stellen wir neben der verbesserten Nutzungsmöglichkeit eine längere Anwendungsdauer des Skis.

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