BACKLINE Magazin
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Skitouren-Felle · Testmagazin 2025

Techtalk mit Thomas Span, KOHLA

Geschäftsführer · Heftseite 117

Wer ist Thomas Span? Geschäftsführer von KOHLA und Entwickler von Skitouren-Felltechnologien

Thomas Span ist seit 2018 Geschäftsführer von KOHLA und führt das Familienunternehmen in zweiter Generation. Neben der strategischen Ausrichtung ist er maßgeblich an der Entwicklung neuer Felltechnologien beteiligt und testet neue Produkte persönlich auf Skitour. Der leidenschaftliche Skitourengeher ist regelmäßig in seiner Heimat, dem Stubaital, unterwegs.

Im Interview für das BACKLINE Testmagazin 2025 erläutert Span den Entwicklungsfokus bei Skitouren-Fellen: Robustheit, Langlebigkeit und erneuerbare Klebeschichten sollen eine längere Nutzung ermöglichen und Ressourcen schonen. Als zentrale Technologien nennt er Smart Glue und Fiber Seal. Laut Span lassen sich Felle mit Smart Glue ohne Schutzfolie direkt aufeinanderkleben; die Klebeschicht kann bei nachlassender Leistung erneuert werden. Fiber Seal bezeichnet eine formstabile, wasserdichte Zwischenschicht zwischen Fellflor und Kleber, die der Nässeaufnahme entgegenwirkt.

Die Lebensdauer hängt Span zufolge von Material, Gelände und Pflege ab. Für KOHLA-Felle nennt er im vorgesehenen Einsatzbereich bei sachgemäßer Anwendung und regelmäßiger Pflege rund 100.000 Höhenmeter. Mixmohair sei abriebfester als reines Mohair. Zur Präparierung empfiehlt er weiches Warmwachs ab der ersten Tour und regelmäßiges Nachbehandeln, um Wasserabweisung und Gleitfähigkeit zu erhalten sowie Anstollen zu verhindern. KOHLA bietet dafür die biobasierte, in Tirol produzierte Pflegelinie Green Line an.

Skifelle sind ein zentrales Element jeder Skitour – worauf legt Kohla bei der Entwicklung neuer Fell-Generationen aktuell den größten Fokus?

Aktuell liegt unser größter Fokus auf der Entwicklung besonders robuster und langlebiger Skifelle. Denn nur ein Produkt, das über viele Jahre hinweg zuverlässig funktioniert, kann wirklich nachhaltig sein. Diese Langlebigkeit ermöglicht nicht nur eine längere Nutzung für die Kunden, sondern eröffnet auch die Chance zur Wiederverwendung durch eine Neubeschichtung der Klebeschicht. Unser Ziel ist es, Felle zu entwickeln, die nicht nur im Gelände überzeugen, sondern auch mehrfach neu beschichtet werden können und damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Ressourcenschonung im Bergsport leisten.

Welche technologischen Innovationen und Materialien setzt ihr bei euren neuesten Modellen ein – und was bedeuten diese konkret für den Nutzer im Gelände?

Unsere neuesten Fellmodelle basieren auf zwei zentralen Technologien: Smart Glue und Fiber Seal. Mit Smart Glue setzen wir auf eine innovative Klebetechnologie, die eine besonders einfache Handhabung auf Tour ermöglicht, gerade bei wechselhaften Bedingungen oder mehrmaligen Zwischenanstiegen. Die Felle können ohne Schutzfolie direkt aufeinander geklebt werden, ohne dabei an Klebeleistung zu verlieren, was das Auf- und Abfellen deutlich beschleunigt. Darüber hinaus ist der Kleber so konzipiert, dass er bei nachlassender Performance erneuert werden kann, wodurch das Fell länger verwendbar ist. Die zweite Schlüsselkomponente ist unsere Fiber Seal-Technologie. Dabei handelt es sich um eine Zwischenschicht zwischen Fellflor und Kleber, die durch eine spezielle Fertigungstechnik sehr formstabil und wasserdicht ist. Diese Konstruktion verhindert die Aufnahme von Nässe und sorgt deshalb selbst unter widrigsten Bedingungen – etwa bei wechselnden Schneeverhältnissen oder starkem Temperaturwechsel – für eine dauerhaft zuverlässige Funktion des Fells.

Wie viele Höhenmeter sollte ein Skitourenfell bei der richtigen Pflege halten?

Eine pauschale Angabe ist schwierig, da die Lebensdauer eines Fells stark vom Einsatzbereich und dem verwendeten Material abhängt. So wirken sich zum Beispiel Touren in steinigem Gelände oder häufige Nutzung auf eisigen Pisten stärker auf den Verschleiß aus als reine Powder-Touren. Auch die Materialzusammensetzung spielt eine Rolle: Ein Mixmohair-Fell ist deutlich abriebfester als ein Fell aus 100 % Mohair. Unter realistischen Bedingungen und bei sachgemäßer Anwendung sowie regelmäßiger Pflege erreichen unsere KOHLA-Felle in ihrem vorgesehenen Einsatzbereich eine Lebensdauer von rund 100.000 Höhenmetern. Eine sorgfältige Lagerung, Reinigung und die richtige Pflege sind dabei essentiell, um die Performance langfristig zu erhalten.

Kann man gleiches Skitourenfell für unterschiedliche Verhältnisse im Hinblick auf Performance gezielt präparieren? Wenn ja, wie?

Grundlegend ist die richtige Auswahl des passenden Felltyps – abgestimmt auf Gelände, Schneeverhältnisse und das persönliche Einsatzprofil. Unterschiedliche Fellmaterialien wie 100 % Mohair oder Mixmohair bringen jeweils spezifische Vorteile mit, etwa in Bezug auf Gleitfähigkeit oder Abriebfestigkeit. Darüber hinaus lässt sich die Performance gezielt über Pflege und Präparierung beeinflussen – allen voran durch das Auftragen von weichem Warmwachs, das als effektive Imprägnierung wirkt. Es schützt das Fell vor Nässe, verhindert Anstollen bei feuchtem Schnee und verbessert gleichzeitig das Gleitverhalten – besonders auf langen Zustiegen oder bei Frühjahrsbedingungen. Entscheidend ist, dass diese Imprägnierung nicht nur gelegentlich, sondern regelmäßig erneuert wird – und zwar ab der ersten Tour. Denn durch neue gesetzliche Vorgaben verändern sich die Zusammensetzungen der Imprägniermittel, was die Langzeitwirkung reduziert. Wer das Fell von Beginn an konsequent pflegt, stellt sicher, dass die Wasserabweisung dauerhaft erhalten bleibt und die Performance stabil hoch bleibt. Mit der „Green Line“ bietet KOHLA eine umweltfreundliche, biobasierte Pflegelinie, die speziell für diese Anforderungen entwickelt wurde – nachhaltig produziert in Tirol und einfach in der Anwendung.

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