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Österreich · Zillertal (Ahornspitze)

Rappeling to the Powder Stash

Ausgabe 2023 · Text: Roman Rohrmoser · Fotos: Tom Klocker · 4 min Lesezeit

Rappeling to the Powder Stash

Der markante Gipfel der Zillertaler Ahornspitze zieht nicht nur Skifahrer und Snowboarder an, sondern auch wagemutige Abenteurer, die neue Herausforderungen suchen. Im Sommer sehr viel bestiegen …

Der markante Gipfel der Zillertaler Ahornspitze zieht nicht nur Skifahrer und Snowboarder an, sondern auch wagemutige Abenteurer, die neue Herausforderungen suchen. Im Sommer sehr viel bestiegen, sind es im Winter nur vereinzelte Skibergsteiger, die den Ausblick von ganz oben genießen können. Mit einer Höhe von 2.973 Metern bietet der Berg eine beeindruckende Kulisse für eine unvergessliche Skitour. Ausgangspunkt ist die Talstation der Ahornbahn in Mayrhofen. Von dort kann man entweder die rund 1.000 Höhenmeter über die steile Abfahrt hinaufsteigen oder man fährt mit der Gondel zur Bergstation und startet von dort. Wenn man nicht gerade mit einem Carbonski und Rennausrüstung unterwegs ist und viel Ausdauer mitbringt, empfehle ich Variante 2.

Oben geht es mit Fellen weiter. Der Aufstieg zur Ahornspitze erfordert Ausdauer, doch die Ausblicke, die sich nach jeder Kehre bieten, entschädigen für die Anstrengung: Schneebedeckte Gipfel erstrecken sich bis zum Horizont. Nach etwa drei Stunden erreicht man den Gipfel, von dem man einen super Ausblick über die Zillertaler Alpen hat. Doch das eigentliche Highlight kommt noch: Das Abseilen in die Nordrinne. Vorausgesetzt, man will das und man fährt nicht die „Normalroute“ über die Westrinne bzw. steigt zu Fuß zum Skidepot ab. Zurück im Skigebiet und vorbei an der Bergstation geht es über die Piste, die mit Seilwinde präpariert wird, was potenziell Lebensgefahr bedeutet – also Vorsicht!!

Die Ahornspitze ist zweifellos ein einzigartiges Erlebnis, das Abenteuerlustige und Naturliebhaber gleichermaßen begeistert. Die Kombination aus Aufstieg, Abseilen und atemberaubender Landschaft schafft eine unvergleichliche Erfahrung, die lange in Erinnerung bleiben wird. Wie es in den Bergen so ist, sieht man vom Tal viele Bergspitzen, schöne Flanken, Rinnen und Grate. Wenn ich auf meiner Terrasse sitze, entdecke ich immer wieder neue Projekte. Wie zum Beispiel die Blaser Nordostrinne, die wir vor einigen Jahren womöglich erstbefahren haben. Weitere steile Rinnen und Flanken liegen gleich daneben, und ich komme oft aus dem Träumen nicht mehr heraus.

Leider machten in den letzten Jahren Schneemangel, hohe Temperaturen und andere Faktoren derart waghalsige Aufstiege und anschließende Abfahrten oft nur sehr selten möglich. Die Nordrinne der Ahornspitze ist jedoch ein Klassiker, den ich schon immer machen wollte. In der Regel muss man sich hier abseilen, doch in schneereichen Wintern könnte auch eine direkte Abfahrt vom Gipfelkreuz mit Sprung über einen fünf bis zehn Meter hohen Felsen am Anfang möglich sein. Im Februar des letzten Winters waren wir in Hochfügen, um wahrscheinlich die coolsten Linien der Saison zu filmen. Erstaunlicherweise hatte es dort trotz allgemeinen Schneemangels recht gute Bedingungen.

Nach den Aufnahmen waren wir gegen 14 Uhr in Mayrhofen und entschieden uns, zum Sonnenuntergang die Ahornrinne zu befahren. Leider hatte mir ein Kollege, der sich auch abseilen wollte, abgesagt, also musste ich beide 60-Meter Halbseile im Rucksack mitschleppen. Ich fühlte mich gut. Vor allem freute ich mich, von meinen Powderlatten mit 116 mm auf die etwas leichteren mit 106 mm Mittelbreite zu wechseln. Jedoch stellte sich heraus, dass auch diese mit der Zeit schwer wurden und ich die gut 1.000 Höhenmeter vom Vormittag so langsam spürte. Ich war auf mich allein gestellt. Der Gipfelanstieg über den Westgrat erwies sich als mühsam. Mit Fellen zu steil und zum Stapfen eigentlich zu tief.

Ich wühlte mich die rund 200 Höhenmeter nach oben und kam komplett erschöpft an. Dann musste ich noch über den ausgesetzten Grat vom Süd- zum Nordgipfel wechseln, ohne mich sichern zu können. Als ich auf einer schneebedeckten Steinplatte ausrutschte, konnte mich im letzten Moment festhalten. Irgendwie schaffte ich es da heraus und musste mich am Gipfelkreuz erst einmal hinlegen und durchatmen. Doch dann kam auch schon der Funkspruch, dass die Sonne in zehn Minuten endgültig hinter den Wolken verschwindet. Ich musste mich zwingen, aufzustehen und das Abseilen vorzubereiten. Kurz darauf stand ich 50 Meter tiefer in der steilen Nordrinne.

Ein halber Meter Powder ließ mich die Strapazen vergessen, und ich konnte die 400 Höhenmeter bis zum Ende der Rinne in langen Turns abfahren. Die Bedingungen waren perfekt. Weiter unten im Wald wurde es allerdings aper und ich musste nach der Hälfte hinausqueren und zur Bergstation aufsteigen. Der Gegenanstieg von nur 50 Metern machte mich endgültig fertig. Trotzdem kann ich diese Tour nur empfehlen, jedoch müssen die Bedingungen passen. Und man braucht Knowhow und Ausdauer und am besten einen lokalen Bergführer, von denen es hier viele gibt. Viel Spaß und passt auf Euch auf!

Rappeling to the Powder Stash
© Tom Klocker
Rappeling to the Powder Stash
© Tom Klocker
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© Tom Klocker
Rappeling to the Powder Stash
© Tom Klocker
Rappeling to the Powder Stash
© Tom Klocker
Rappeling to the Powder Stash
© Tom Klocker

Fahrer: Roman Rohrmoser

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