Österreich · Hohe Tauern / Salzburger Land
Trans Salzburg County
Ausgabe 2023 · Text: Sandra Lahnsteiner-Wagner · Fotos: Christoph Oberschneider · 3 min Lesezeit

Die Idee für die Trans Salzburgerland entstand in Gastein, der Wahlheimat von Profi-Freeriderin und Filmemacherin Sandra Lahnsteiner-Wagner. Nach zahlreichen Skireisen in aller Welt war es für sie an …
Die Idee für die Trans Salzburgerland entstand in Gastein, der Wahlheimat von Profi-Freeriderin und Filmemacherin Sandra Lahnsteiner-Wagner. Nach zahlreichen Skireisen in aller Welt war es für sie an der Zeit, die Berge vor ihrer eigenen Haustür zu erkunden. Mit Kollegin und Skiführerin Sabine Schipflinger aus Hinterglemm war schnell eine Partnerin für das Abenteuer in den Bergen daheim gefunden: Vom Gasteiner- ins Glemmtal. Mit 8.000 Höhenmetern und 100 Kilometern Strecke sollte diese Expedition nicht nur ein sportliches Abenteuer sein, sondern ein inspirierendes Beispiel für die Entdeckung neuer Horizonte.
Die Herausforderung: fünf Tage, drei Athletinnen – während der Planung stieß noch die deutsche Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg zum Team – und die Verbindung von zwei Salzburger Tälern. Außerdem erfüllten sich die drei Abenteurerinnen noch ein ganz persönliches Ziel: Die Winterbesteigung des Großglockners. Nachdem ich viele Jahre viele Länder als Skifahrerin bereisen durfte, hatte sich in den letzten Jahren etwas in mir gewandelt. Es ging mir nicht mehr um die spektakulärsten Big-Mountain-Abfahrten oder die tiefsten Powderruns, sondern um das Bergerlebnis. Zeit mit Freunden, Abenteuer in der Natur, die Berge daheim besser kennen lernen. So entstand meine Idee zur Trans Salzburgerland: Mit Skitourenski vom Gasteiner- ins Glemmtal.
Sabine war sofort Feuer und Flamme. Gemeinsam unternahmen wir schon im Herbst davor Erkundungstouren, um die Machbarkeit der Tour zu testen. Wir waren uns einig, dass es sichere, stabile Schneeverhältnisse für unsere mehrtägige Skitour durch die Hohen Tauern braucht. Und wer uns kennt, der weiß, dass wir beide das Skitourengehen lieben, aber tief im Herzen leidenschaftlichste Skifahrerinnen sind. Daher wählten wir nicht die schnellste Route, sondern planten die Touren so, dass auch die Abfahrten ein absoluter Genuss sein würden. Während der Vorbereitungen traf ich bei einem Mountain Women's Talk Viktoria Rebensburg. Sie hatte gerade ihre alpine Skikarriere beendet und suchte nach neuen Herausforderungen abseits der Rennpisten.
Die Idee der Trans Salzburgerland faszinierte sie sofort und sie schloss sich unserem Team an. Drei Frauen, drei unterschiedliche Hintergründe, aber eine gemeinsame Leidenschaft für die Berge und den Wintersport. Die Mannschaft war komplett, das Abenteuer konnte beginnen. Unser Vorhaben würde nicht einfach nur eine Skitour sein, sondern eine Rückkehr zu den Wurzeln des Skifahrens; eine Gelegenheit, die eigenen Grenzen zu überwinden und die Schönheit der Natur zu genießen. Ein Abenteuer, das fünf Tage dauern und uns durch einige der atemberaubendsten Landschaften des Salzburgerlandes führen würde.
Von Sportgastein aus ging es Richtung Westen auf den Silberpfennig, einen beeindruckenden Gipfel mit 2.600 Metern Höhe, danach weiter ins Raurisertal nach Kolm Saigurn. Doch das war erst der Anfang. Die nächste Etappe war der Hohe Sonnblick, ein Skitourenklassiker auf 3.106 Metern. Die angespannte Lawinensituation und das raue Wetter forderten unsere Entschlossenheit, aber wir bezwangen den Gipfel und genossen die einsame Abfahrt nach Heiligenblut. Die Hauptetappe führte dann von Heiligenblut aus Richtung Oberwalderhütte. Eine außergewöhnlich starke Erwärmung zwang uns zur Umplanung und einer frostigen Nacht im Biwak an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe oberhalb der Pasterze.
Doch am nächsten Tag erlebten wir ein völlig anderes Extrem: eine Hitzeschlacht über den Hufeisenbruch und die Pasterze. Übers Stubachtal ging es schließlich hinaus ins Salzachtal und zum grandiosen Finale in die Kitzbühler Alpen auf den 2.247 Meter hohen Manlitzkogel. Doch das war noch nicht das Ende unserer Reise. Als krönenden Höhepunkt bestiegen wir den Großglockner, den höchsten Berg Österreichs. Es war eine Premiere für jede von uns und ein wahrhaftiger Gipfelsieg. Viktoria auf der Tour dabei zu haben, war eine absolute Bereicherung. Sie vertraute Sabine und mir und bewies Mut und Entschlossenheit. Die langen Tagesetappen waren für alle physisch anstrengend, doch für Viktoria war es außerdem eine völlig neue Welt.
Die gemeinsamen Aufstiege, die Blicke von einem Gipfel zum anderen haben uns verbunden und unsere Freundschaft geprägt. Die Trans Salzburgerland war nicht nur ein Abenteuer, sondern eine Reise zu neuen Zielen und die Verwirklichung eines langen Traums, daheim vor meiner Haustüre.





Fahrer: Sandra Lahnsteiner-Wagner, Viktoria Rebensburg, Sabine Schipflinger



