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USA (Alaska) · Chugach Mountains / Tordrillo Mountains

AK Dreams – Even better than Powder

Ausgabe 2013 · Text: Holly Walker · Fotos: Jason Hummel · 5 min Lesezeit

AK Dreams – Even better than Powder

Beeindruckend ragte der Vulkan Mount Spurr (3.374 Meter) über Gipfel und Gletscher. Majestätisch leuchtete er in der Abendsonne und verspottete uns mit seiner Erscheinung. Als ich eine Traumlinie …

Beeindruckend ragte der Vulkan Mount Spurr (3.374 Meter) über Gipfel und Gletscher. Majestätisch leuchtete er in der Abendsonne und verspottete uns mit seiner Erscheinung. Als ich eine Traumlinie entlang einer Schneeverfrachtung an einem unbekannten Gipfel entdeckte, glänzten meine Augen: „Jason, hierher müssen wir zurück kommen“, rief ich meinem Skipartner in der Super Cub zu, einem kleinen einmotorigen Flugzeug. Jake Soplanda, Pilot bei Sportsman Air Service, flog uns über den Capps Glacier, wo wir das Tordrillo-Gebirge auskundschafteten. Die letzten sechs Tage waren wir auf riesige Berge gestiegen, viele Stunden für ein paar Minuten Abfahrt. Heute schummelten wir – Jake schrie über den Kopfhörer: „Wo willst du fahren?“

Alpenglühen färbte die gewaltigen Gipfel. Nach der sanften Landung auf einem Plateaugipfel schnallten wir die Ski an und lächelten beim Gedanken an Alaskas unendliche Landschaft und an die Gastfreundschaft seiner Einwohner. Der Wecker klingelte um 10 Uhr morgens. Als ich mich aus dem dicken Schlafsack schälte, tropfte mir ein Wassertropfen auf die Stirn. Endlich war es warm genug, aufzustehen und Kaffee zu kochen. Martha Burley, eine Telemarkfahrerin aus Fernie in British Columbia, bereitete im Küchenzelt schon ein kräftiges Frühstück zu, was ihrem Spitznamen „Chefkochin“ alle Ehre machte. Nach dem Frühstück und der notwendigen Menge Koffein, packten wir unsere Ausrüstung und brachen um 13 Uhr auf.

Mit Fellen ging es über den Capps Glacier in Richtung des unbekannten Gipfels, den Jason und ich gestern im Flugzeug entdeckt hatten. Nach drei Stunden überquerten wir den ersten Bergschrund und stiegen die letzten 600 Meter zu Fuß auf. „Da ist die Schneeverfrachtung!“, schrie ich, erleichtert darüber, meine Traumlinie gefunden zu haben. Nach meinem wohl unvergesslichsten Alaska-Run war Martha an der Reihe. Sie stoppte über einem steilen Couloir, während sich Jason mit seiner Kamera in Position brachte. Zwei Schwünge später hörten wir Martha schreien: „Mein Knie!“ Die restlichen 1.000 Meter bis an den Fuß des Berges mussten wir gemeinsam mit ihr abrutschen. Sie hatte Schmerzen und konnte ihr rechtes Bein nicht belasten.

Endlich auf dem Gletscher angekommen, marschierte Jason ins Camp, um Essen und Wasser vorzubereiten. Als Martha und ich uns näherten, schoss ein riesiger Feuerball aus dem Küchenzelt. Obwohl Martha humpelte, rannten wir los. Mit dem Satellitentelefon und einem Erste-Hilfe-Set in der Hand stürmte ich in das Zelt und sah, wie Jason gerade die letzten Flammen auf seiner Jacke löschte. „Das war's, ich rufe an. Wir fliegen zurück nach Anchorage“, sagte ich. Zwei Tage später holten Jason und ich einen weiteren Freund vom Flughafen ab. James McSkimming von der Ski Patrol in Whistler/Blackcomb wollte seinen Traum vom Alaska-Powder verwirklichen.

„Willkommen in AK, wir haben es ein bisschen eilig“, begrüßte ich ihn und stopfte sein Gepäck in das völlig überladene Auto. Wir sollten um 19 Uhr in Valdez sein, für eine Einführung bei der Heli-Firma, die uns in die Chugach Mountains fliegen sollte. Als wir über den Thompson Pass fuhren, schüttelten heftige Windböen das Auto. Unser Heli-Guide Mike Hamilton überraschte uns mit einem BBQ unter Freunden und erklärte... „Wir nehmen euch morgen früh mit raus und zeigen euch alles. Meteorite, The Books, The Tusk, was ihr wollt...“ Wir waren mehr als heiß darauf, die berühmten Berge der Chugach Mountains zu befahren. Leider wurden wegen der stürmischen Winde am nächsten Tag alle Flüge gestrichen.

Mit James, der einfach nur powdern wollte, suchten wir Alternativen, in die Berge zu kommen. Die Lösung waren die beiden Locals Greg und Joe, denen wir beim Grillen in Mikes Haus von unserer „Liebe“ zum AK-Powder vorgeschwärmt hatten. Sie brachten uns mit ihren Schneemobilen die 35 Kilometer zum entlegenen Basecamp des Glacier Masonry Clubs. Während uns auf 900 Metern Höhe der Sturm fast wegzublasen drohte, gruben wir uns tief in den Schnee ein und bauten die Zelte auf. Nach drei Tagen hatten Sturm und Schnee ein Einsehen. Wie üblich stand ich erst um 10 Uhr auf und bereitete ein kleines Frühstück zu. Leider hatten wir ja unsere „Chefkochin“ Martha wegen ihrer Verletzung verloren.

Wir packten die Ausrüstung, dieses Mal zusätzlich Steigplatten für die Steigeisen, Funkgeräte, einen Kocher und unsere Eispickel, die vorübergehend als Zeltverankerungen gedient hatten. Um 14 Uhr waren wir auf dem Weg zum Woodworth Glacier. Nach fast 20 Kilometern über spaltenreiches Gelände erreichten wir den Fuß des legendären Pontoon Peak. Mit den Steigplatten an den Füßen überquerten wir den ersten Bergschrund, umgingen Gletscherspalten und überkletterten Eistürme. Schließlich kam ich am respekteinflößenden letzten Aufschwung an, einem 58 Grad steilen Hang mit festem Schnee. Zitternd stand Jason auf dem Gipfel und rauchte eine selbstgedrehte Zigarette. Während er auf mich wartete, streifte sein Blick über den Golf von Alaska.

Schnell durchstieg ich diese Schlüsselstelle. Wir kreuzten unsere Skistöcke, das „High Five“ der Skifahrer, und James fuhr über den windverblasenen Schnee in Richtung Jason los, der von unten fotografierte. Dicke Wolken zogen auf – der Beginn des nächsten, sechs Tage anhaltenden Schneesturms mit drei Metern Neuschnee. Als wir über den gegenüber liegenden Gletscher aufstiegen und ohne Sicht Gletscherspalten zu umgehen versuchten, rauschte mein Funkgerät. Greg erkundigte sich aus dem Basecamp und warnte vor der nahenden Dunkelheit. James führte uns nun mit seiner starken Stirnlampe durch die einbrechende Nacht. Mittlerweile war es 22 Uhr. Meine Schritte wurden schwerer und mein Magen beklagte sich lautstark.

Große Schneeflocken fielen, als Jason den Vorschlag machte, zu biwakieren. Wir gingen weiter über den Pass, den wir für den richtigen hielten, und sahen endlich ein kleines Licht am Horizont. Joe wartete auf dem Bergrücken, eine willkommene Geste des Locals, zumal er nur zehn Minuten vom Camp entfernt stand. Als wir ins Küchenzelt traten, spielten die anderen Texas Hold'em Poker und tranken Jack Daniels. „Ich habe nie erlebt, dass jemand bei derart schlechten Bedingungen den Pontoon befahren hat“, sagte Greg, der sich in den Chugach Mountains auskannte. Ich zuckte mit den Schultern. Unsere Powder-Träume hatten wir nicht verwirklichen können, aber die Einheimischen waren beeindruckt: Joe versorgte uns mit seinem Eintopf. Greg schenkte eine Runde Whiskey ein und ich lächelte. Wir erlebten doch noch etwas Wunderbares: die Gastfreundschaft der Alaskaner.

AK Dreams – Even better than Powder
© Jason Hummel
AK Dreams – Even better than Powder
© Jason Hummel
AK Dreams – Even better than Powder
© Jason Hummel
AK Dreams – Even better than Powder
© Jason Hummel
AK Dreams – Even better than Powder
© Jason Hummel

Fahrer: Martha Burley, James McSkimming, Holly Walker

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