Frankreich · Mont Blanc Group
Fly to Ski
Ausgabe 2022 · Text: Yannick Boissenot · Fotos: Fabian Bodet · 4 min Lesezeit

Das Vorhaben, in den Bergen rund um Chamonix immer wieder frische Spuren in den Schnee zu ziehen, hat seit 2010 den Großteil meiner Zeit in Anspruch genommen. Ob es sich dabei um die Suche nach neuen Linien oder um die Wiederholung von Klassikern handelt: Beobachtung ist der…
Das Vorhaben, in den Bergen rund um Chamonix immer wieder frische Spuren in den Schnee zu ziehen, hat seit 2010 den Großteil meiner Zeit in Anspruch genommen. Ob es sich dabei um die Suche nach neuen Linien oder um die Wiederholung von Klassikern handelt: Beobachtung ist der Schlüssel zum Erfolg. Das beginnt schon im Sommer, wenn die Berge noch keinen Schneemantel tragen, und zieht sich weiter hinein in den Herbst, der die ersten Schlechtwetterfronten bringt. Im Winter ist es dann wichtig, so oft wie möglich vor Ort zu sein, um die Bedingungen zu verstehen. Auch in diesem Jahr verfolge ich dasselbe Ziel – aber zusätzlich werde ich auch den Gleitschirm dabei haben.
Das bedeutet, dass die Vorbereitung und Recherche noch penibler sein wird, da ich für den Start und die Landung geeignete Gebiete finden muss, bevor ich mein Ziel mit den Skiern erreichen kann. Ich heiße Yannick Boissenot, bin 38 Jahre alt, und meine Leidenschaft ist das Skifahren. In den letzten zwölf Jahren habe ich Projekte im Mont-Blanc-Massiv verfolgt und als Kameramann Expeditionen in die ganze Welt, unter anderem nach Peru, Pakistan, Indien, Japan, Alaska begleitet. Ich hatte schon immer eine Vorliebe für extremes Skifahren, insbesondere an steilen und exponierten Hängen. Heute bin ich Vater von zwei Kindern, und das bedeutet natürlich, dass ich meinen Projekten in den Bergen etwas weniger Aufmerksamkeit widme.
Die Kombination von Gleitschirmfliegen und Skifahren ist eine neue Herausforderung für mich, die mir genauso viel Freude und Genugtuung bereitet wie Extremskifahren. Da ich erst seit zwei Jahren Gleitschirm fliege, muss ich noch viel lernen – das ist also zweifellos der schwierigste Teil des Projekts. Loic Chamel ist ein junger Mann aus Chamonix, der seit seiner Kindheit von Bergen umgeben ist. Gemeinsam haben wir einige schöne Abfahrten gemeistert, und ich habe mit ihm meine besten Gleitschirmflüge erlebt – die Aiguille du Midi auf 3.800 Metern bei meinem 15. Flug, den Mont Blanc bei meinem 30. Flug. Dass er der perfekte Partner für dieses Projekt sein würde, war sofort klar.
Die Idee: Wir starten von der Aiguille du Midi, landen am Fuß der Wand, machen uns an den Aufstieg und anschließend an die Abfahrt. Im Idealfall starten wir dann wieder mit dem Gleitschirm und beenden den Tag mit einer Landung zu Hause. So vermeiden wir lange Abstiege zu Fuß und schonen damit auch unsere Knie. Als Testlauf begannen wir mit einem Flug in Richtung Periaden, wo der Westwind mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 40 km/h auf einer Höhe von 3.600 Metern allerdings einen Start verhinderte. Wir mussten daher einen Ausweichspot auf 3.400 Metern finden, der es uns ermöglichte, das Vallée Blanche zu überqueren und einige hundert Meter unterhalb unseres Startpunkts zu landen.
Ein unberührtes Couloir mit bestem Schnee ließ uns diesen ersten Test noch erfolgreich abschließen. Wir warteten lange und hofften auf ein Wetterfenster mit guten Bedingungen, die uns erlauben würden, von der Aiguille du Midi zu starten und die Nordwand des Dome du Gouter auf 4.304 Metern zu befahren. Ein trockener Winter, wie ich ihn in meinem ganzen Leben noch nie gesehen habe, und Windbedingungen, die für mein Niveau als Gleitschirmflieger eine große Herausforderung gewesen wären, ließen es jedoch nicht zu, dass wir diese ersehnte Kombination verwirklichen konnten.
Als Kameramann, der darauf spezialisiert ist, Aufnahmen auf Skiern zu begleiten, bin ich oft auch auf der anderen Seite der Kamera unterwegs und weiß, dass diese Art von Aufnahmen wegen der Wetterbedingungen und Schneedecke zu den schwierigsten überhaupt gehören. Nimmt man dann noch den Faktor given my experience. Unfortunately, global warming is having Wind dazu, wird so ein Projekt zu einer echten Herausforderung. an ever-increasing impact on our habitat. Die Berge werden auch im nächsten Jahr noch da sein – hoffe In the long run, paragliding may become more and more pracich jedenfalls – so dass ich beschlossen habe, der Sicherheit bei tical – if not essential – to reach good lines and exit these “ski diesem Projekt, bei dem das Fliegen bei meinem Erfahrungsstand resorts“ afterward. noch relatives Neuland darstellt, Vorrang einzuräumen.
Die globale Erwärmung wirkt sich leider immer stärker auf unseren Lebens- And even if there is no lack of projects: We just have to be raum aus. Auf lange Sicht kann das Paragliden immer nützlicher patient until all the conditions are right. werden, wenn nicht sogar unerlässlich, um gute Linien zu erreichen und diese „Skigebiete“ danach auch wieder zu verlassen. Und auch, wenn es nicht an Projekten mangelt, wir müssen eben so lange Geduld haben, bis alle Rahmenbedingungen passen.





Fahrer: Loic Chamel, Yannick Boissenot



